Die nicht-motorischen Symptome bei Parkinson

Vortrag von Dozent Dr. Gerschlager am Donnerstag 1. Dezember 2011 im Hartmannspital

Neueste Forschungen zeigen, dass die nicht-motorischen Symptome viele Jahre bzw. auch Jahrzehnte vor Diagnosestellung  bei den PatientInnen auftreten können.

Diese Symptome sind:   

  • Obstipation (=Verstopfung)
  • Depression
  • Schlafstörungen (REM-Schlafstörung)
  • Riechstörungen (Hyposmie)

Während die motorischen Symptome in der Regel gut behandelbar sind, kann man bei den nicht-motorischen Symptomen nur versuchen sie zu verbessern.

Manche Symptome sprechen nicht auf eine dopaminerge Therapie an: z.B. Blasenstörung, Verstopfung und Riechstörungen. Die dopaminerge Therapie kann einige Symptome sogar verschlechtern: z.B. Verstopfung und Psychose

Neuropsychiatrische Symptome sind:

Angst, Depression, Demenz, Psychose, Apathie, Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit – Parkinson Medikamente können müde machen, oder es handelt sich um Nebenwirkungen der Therapie.

Autonome (vegetative) Symptome sind:

  • Gastrointestinal, Blasenstörung, Blutdruckschwankungen, – blutdrucksenkende Wirkung der Medikamente, vor Einnahme versuchen den Blutdruck anzuregen
  • Hautveränderungen   
  • Riechstörung
  • Sehstörung (Doppelbilder) – Sehstörungen sind noch nicht sehr gut erforscht
  • Gewichtsverlust
  • Speichelfluss

Um Morbus Parkinson nachweisen zu können, reicht im Allgemeinen eine klinische Untersuchung durch den Neurologen aus. Zusatzuntersuchungen werden zumeist nur dann durchgeführt, wenn etwas ungewöhnlich ist. Nuklearmedizinische Untersuchungen dienen dem Nachweis eines Parkinson-Syndroms. Leider können diese Untersuchungen aber nicht oder schlecht zwischen den verschiedenen Parkinson-Syndromen unterscheiden. Diese nuklearmedizinischen Untersuchungen werden nicht im Hartmannspital gemacht.

Obwohl Parkinson meist bei der Bevölkerung als Schüttellähmung bekannt ist, zittert tatsächlich nur etwa 2/3 der PatientInnen im Verlöauf der Erkrankung. Viel häufigere Symptome sind die allgemeine Verlangsamung und die Versteifung und im späteren Verlauf können auch noch Gangstörungen dazu kommen. Einer Studie zufolge zeigt sich, dass die nicht-motorischen Symptome von Parkinson von den PatientInnen allgemein als belastender empfunden werden.

Patientenfragen

Warum sinke ich im Sitzen immer auf eine Seite?

Auch die „Schieflage“, eine Zugtendenz auf einer Körperseite gehört zur Krankheit.

Was hilft gegen Doppelsichtigkeit?

Bei Augenproblemen kann es sinnvoll sein, die Medikamente besser über den Tag zu verteilen. „Rinnende Augen“ sind ein Zeichen für eine Irritation.

Blasenprobleme:

Gleich nach dem Gang zum WC ist wieder ein Harndrang da.

Man spricht in dem Fall von einer „Reizblase“. Der Gang zum Urologen ist nötig, der überprüft, wie viel Restharn tatsächlich vorhanden ist bzw. ob ein Harnwegsinfekt vorliegt.

Ich leide unter Mundtrockenheit.

Anticholinergika, die in der Behandlung der „Reizblase“ eingesetzt werden können zu Mundtrockenheit führen und auch Probleme mit der Verstopfung zur Folge haben.

Ich leide unter erhöhtem Speichelfluss.

Erhöhter Speichelfluss ist ein Symptom der Erkrankung, die häufig schon in der Frühphase der Erkrankung auftreten kann und oft mit Schluckproblemen einhergeht. Man kann versuchen die motorischen Symptome besser einzustellen.

Eine Patientin berichtet, dass sie die Entdeckung gemacht hat, dass das üblicherweise gegen Übelkeit eingesetzte Medikament Motilium auch gegen Verstopfung wirkt.

Dozent Dr. Gerschlager empfiehlt das jedoch nicht als Dauerlösung und verweist auf die gängigen Medikamente.

Parkinson und Schmerzen:

Dozent Dr. Gerschlager weist darauf hin, dass es im Haus eine Schmerzambulanz gibt, die auf nicht chirurgischem Weg zu helfen versucht. Schmerzen sind oft nur schwer zuzuordnen, jedoch kann man davon ausgehen, dass „Schmerzen an der durch Parkinson stärker betroffenen Körperseite“ und fluktuierende Schmerzen (also als „medikamentöses off-Phänomen“) oft ein Symptom der Erkrankung sind.

Schmerz kann auch ein Erstsymtpom der Krankheit sein und wird in diesem Fall durch die Parkinson-Medikamente positiv beeinflusst.

Schmerzen im OFF-Zustand, treten meist auf der stärker betroffenen Seite auf. Auch Schmerzpflaster können in manchen Fällen zum Einsatz kommen. Es handelt sich dabei um ein Morphiat, also ist Vorsicht angebracht. Zu beachten ist, dass es bei älteren PatientInnen,  durch das Pflaster zu Hautirritationen kommen kann.

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